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In Medjugorje geht es um Gott und um dich

Juan Manuel Cotelo spricht über die Entstehung des Films

Der spanische Regisseur und Hauptdarsteller des bekannten Films „Mary´s Land“ Juan Manuel Cotelo gab beim Friedengebet im Wiener Stephansdom ein beeindruckendes Zeugnis von seinen persönlichen Erfahrungen in Medjugorje.

Ich muss gleich gestehen, dass ich manchmal ein kleines Problem habe, vor Leuten zu sprechen, und das hat nicht damit zu tun, dass ich nicht deutsch spreche. Das Problem ist, dass, wenn ich etwas so Wunderschönes wie heute erlebe, mir die Worte fehlen. Es hat mich sehr bewegt, als ich hierher gekommen bin und den Chor und die Musik hörte. Das überwältigte mich total. Nach mehr überwältigte es mich, eure glücklichen und zufriedenen Gesichter zu sehen.

Und wenn ich über Medjugorje und die Bedeutung von Medjugorje in meinem Leben sprechen soll, habe ich das gleiche Problem. Denn es ist eine Wirklichkeit, die so viel größer ist als ich, und wenn ich versuche, es zu erklären, gelingt es mir nicht. Lassen Sie mich das mit einem Vergleich erklären: Stellen Sie sich vor, sie gehen zum Strand, um sich nur die Füße nass zu machen. Sie gehen also am Strand spazieren, ganz gemütlich. Und plötzlich kommt eine große Welle, die Sie überschwemmt und ganz nass macht – von den Füßen bis zum Kopf. Und jemand fragt Sie dann: „Was ist denn mit dir passiert? Erzähl mit, was mit dir los ist.“ Und meine Antwort ist: „Ich weiß es nicht. Eigentlich bin ich nur gekommen, um mir die Füße nass zu machen. Und jetzt stehe ich hier wie ein begossener Pudel.“

Für mich begann alles in Panama. Ich bin nach Panama gereist, um eine Film vorzustellen, den ich produziert hatte. In einem Interview fragte mich eine junge Journalistin, ob ich auch einmal gerne über die heilige Jungfrau sprechen würde. Ich hatte mir diese Frage noch nie gestellt. Aber spontan, ohne viel darüber nachzudenken, sagte ich: „Ja. Ich wäre gerne ein Botschafter der Muttergottes. Es würde mir gefallen, wenn ich zu jemandem sagen könnte: „Schau her, ich stelle dir deine Mutter vor, die du bis heute noch nicht kennst.““ Und ich habe herausgefunden, dass wir mit Gott nicht nur sprechen, wenn wir beten, sondern immer. Wenn wir z. B. einen schönen Wusch äußern, verwirklicht er diesen schönen Wunsch. Und so machte ich diesen Film „Mary´s Land“, ohne dass ich es geplant hatte.

Ich bin mit meiner Frau nach Medjugorje gereist, um mir die Füße nass zu machen. Wir dachten, es würde eine Reise von zwei Tagen werden und nicht mehr. Bei dieser kurzen Reise hat sich aber ein Wort in meinem Gedächtnis fest eingeprägt: Wichtig. Das hier ist wichtig. Als ich zurück in Spanien war fragten mich die Leute: „Wie war es in Medjugorje? Erzähl` uns etwas.“ Und alles, was ich sagen konnte, war: „Das ist wichtig."

„Aber warum? Was hast du gesehen? Was hast du gelernt? Was hast du erfahren? Was hast du gespürt?“ Ich habe gesagt: „Mir war kalt, mir war heiß. Ich hatte Hunger. Ich war müde. Aber ich weiß mit völliger Sicherheit, dass das dort wichtig ist.“ Und so habe ich angefangen, über Medjugorje nachzuforschen. Am Anfang hatte ich meinen inneren Kompass schlecht ausgerichtet und meine ersten Interviews handelten nur von Medjugorje: Wo ist Medjugorje, wer sind die Seher, wie lange gibt es die Erscheinungen schon… Alles ging um Medjugorje. Eines Tages wurde mir klar: In Medjugorje geht es nicht um Medjugorje. Und alles, was ich bis dahin gemacht hatte, das ganze Material, warf ich in den Müll. Sechs Monate Arbeit hatte ich einfach weggeworfen.

Aber worum geht es dann in Medjugorje? Und noch einmal richtete ich meinen Kompass in die verkehrte Richtung: Ich wollte einen Film über die Jungfrau Maria machen. Nach vier Monaten Arbeit wurde mir bewusst, dass die Muttergottes nicht von sich selbst spricht. Und noch einmal warf ich das Material in den Müll und fragte mich erneut: Worum geht es in Medjugorje? Was ist Medjugorje? Und ich denke, eines Tages fand ich die Antwort: In Medjugorje geht es um dich. Es geht um Gott und dich und sonst nichts. Es geht darum, wie viel du liebst. Es geht darum, wie viel Hilfe du von Jesus Christus erhalten kannst, wenn du dir von ihm die Füße waschen lässt. Und so machte ich einen Film über Menschen, die zugelassen hatten, dass Jesus Christus ihnen die Füße wäscht.

Dabei habe ich herausgefunden, dass Gott sehr effektiv ist, wenn er etwas von jemandem erbittet. Er sagt nicht: „Schauen wir mal, ob es gut geht.“ Nein, er weiß, was er tut. Und so er benutzt er einen einfachen Film, um Herzen zu erobern. Ich könnte viele Geschichten erzählen, aber ich glaube, jeder von Ihnen hat seine eigene Geschichte. Denn Gott erobert jeden Einzelnen von uns auf seine spezielle und einzigartige Weise. Und die Muttergottes führt uns zu ihrem Sohn, und er führt uns zum Vater. Vielen Dank, besonders an Gott der mir meinem Übersetzer Christian geschenkt hat, der einmal gesagt hat: „Ich würde gerne Gott dienen als Übersetzer.“ Und kurz darauf wurde er darum gebeten, Mary´s Land zu übersetzen.

Und deswegen schlage ich euch vor, dass ihr in diesem Gebetstreffen Gott eure Wünsche hinlegt, die ihr im Herzen tragt. Denn Gott ist ganz hellhörig für all unsere Wünsche, nämlich auch für die, die wir für unnötig halten.

Quellenangabe: Oase des Friedens, November 2016, S. 8f.