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Medjugorje ist zu einem prophetischen Ort geworden

„Offenbar wollten bestimmte Medien die guten Beziehungen zwischen dem Hl. Vater und den Gläubigen, die Medjugorje akzeptieren und jahrelang dorthin pilgern, zerstören“, sagte Kardinal Vinko Puljic aus Sarajevo Ende Juni in einem Interview mit der kroatischen Tageszeitung Vecernji list. Der Kardinal, der als Mitglied der Expertenkommission unter der Leitung von Kardinal Ruini die Geschehnisse von Medjugorje untersucht hat, gab Antwort auf die Frage eines Journalisten, ob bestimmte Aussagen von Papst Franziskus im Anschluss an seinen Sarajevo-Besuch die Gläubigen nicht beunruhigt hätten.
„Ich bedauere“, sagte Kardinal Puljic, „dass die Medien viel mehr und auf unkorrekte Weise über die Aussagen des Papstes betreffend Medjugorje berichteten als über seine stärkere Botschaft, verbunden mit den Problemen in Bosnien und Herzegowina.“
Probleme in Bosnien und Herzegowina gäbe es mehr als genug. So beträgt die Jugendarbeitslosigkeit über 50%. Die Weltbank sieht die Wirtschaft von Bosnien und Herzegowina als eine der am wenigsten wettbewerbsfähigen in Europa und Zentralasien. Zudem hemmt die umfangreiche Bürokratie eine Entwicklung: Für die zehn Kantone der Föderation gibt es 150 Ministerien. Das Rechtssystem wird als unterentwickelt bezeichnet, was Korruption und Vetternwirtschaft Tür und Tor öffnet. 40 Prozent der Bewohner verdienen heute weniger als in der Vergangenheit und ein Zehntel der Bevölkerung hat täglich weniger als umgerechnet 5 Dollar zur Verfügung.
Als die Seher von Medjugorje vor 34 Jahren nicht aufhörten zu wiederholen: „Die Gospa hat gesagt, wenn ihr euch nicht bekehrt, steht euch eine große Katastrophe bevor“, dachten viele Menschen trotz all der ethnischen Konflikte in der Vergangenheit eher an  Naturkatastrophen als an einen Krieg. Niemand wollte sich vorstellen, dass 10 Jahre nach Beginn der Erscheinungen Nachbarn zu Feinden werden, die einander vertreiben und töten. 100.000 Menschenleben forderte der Bürgerkrieg in jenem Land, in dem Maria unermüdlich zu Frieden und Versöhnung aufruft. „Es steht nicht fest, dass es übernatürlich ist“, urteilte die Jugoslawische Bischofskonferenz zwei Monate vor Beginn des Kriegsausbruches über den Friedensappell aus Medjugorje.
Anfang Juni besuchte ich Fatima. Ich betete an jener Stelle, an der die Gottesmutter Lucia die drei Geheimnisse anvertraut hatte. Als sie die ersten beiden auf Anweisung des Himmels 1927 veröffentlichen wollte, verbot ihr Seelenführer es ihr. Am 13. Mai 1942 wurden sie dann bekannt gemacht. Das zweite Geheimnis betraf den Zweiten Weltkrieg, der auf drängenden Wunsch des Himmels durch Gebet, Sühne und Umkehr verhindert hätte werden sollen.
Wie kann man heute über Frieden in Bosnien und Herzegowina sprechen, ohne auf die Königin des Friedens zu schauen, die uns den Frieden unablässig bringen will? Das Land gleicht einem Kranken, der nicht bereit ist, die Medizin zu schlucken, die vor ihm liegt. Wir werden Zeugen eines geschichtlichen Dramas, in dem Worte und Handlungen von Verantwortungsträgern in Staat und leider auch in Kirche kraftlos bleiben, weil sie an der Gnade vorbei gehen, die sie inspirieren sollte wie der Wind, der die Segel eines großen Schiffes füllt und über das bewegte Meer trägt. Und dennoch wird die Königin des Friedens nicht müde, uns zu rufen und zu ermahnen. Sie ist wie eine Mutter, die weiß, dass es letztlich keinen anderen Weg gibt als jenen der Versöhnung, der Umkehr, des Gebetes und der Liebe.
Danken wir Maria für ihre Geduld mit uns und bitten wir sie unermüdlich um ihre Fürbitte um den Heiligen Geist für die Kirche, den Hl. Vater und die Bischöfe, die Regierenden und für alle Menschen.

Dr. Christian Stelzer
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