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Der Jubiläums-Ablass

Zu Beginn des außerordentlichen Heiligen Jahres wird am 8. Dezember im Petersdom die Heilige Pforte (Bild) geöffnet. Am dritten Adventssonntag soll im Lateran und weltweit in allen Bischofskirchen und besonderen Wallfahrtskirchen ebenfalls eine Heilige Pforte geöffnet werden. Um den vollkommenen Ablass zu gewinnen, ist neben den üblichen Bedingungen (Beichte, entschlossene Abkehr von jeder Sünde, Kommunion, Gebet für den Heiligen Vater) ein kurzer Pilgergang zu einer der Heligen Pforten nötig. Papst Franziskus schreibt: „Es ist wichtig, dass dieser Moment vor allem mit dem Saktrament der Versöhnung und der Feier der heligen Eucharistie einschließlich einer Reflexion über die Barmherzigkeit verbunden ist. Es wird nötig sein, dass diese Feiern das Glaubensbekenntnis ebenso umfassen wie das Gebet für mich und für die Anliegen, die mir am Herzen liegen zum Wohl der Kirche und der ganzen Welt.“
Wem der Pilgergang zur Heiligen Pforte nicht möglich ist (z.B. Kranken), empfängt den Jubiläumsablass wenn er die heilige Kommunion empfängt oder an der heiligen Messe und am gemeinschaftlichen Gebet – auch über verschieden Medien – teilnimmt.
Gefangene erlangen den Ablass jedesmal, wenn sie „durch die Tür ihrer Zelle gehen und dabei ihre Gedanken und ihr Gebet an Gottvater richten. Möge diese Geste für sie den Durchgang durch die Heilige Pforte bedeuten, denn die Barmherzigkeit Gottes, die in der Lage ist, die Herzen zu verwandeln, kann auch die Gitter in eine Erfahrung der Freheit verwandeln.“
Außerdem wünscht der Heilige Vater, dass „die Kirche in dieser Zeit des Jubiläums den in den leiblichen und geistlichen Werken der Barmherzigkeit enthaltenen Reichtum wiederentdecken möge. Denn die Erfahrung der Barmherzigkeit wird sichtbar im Zeugnis konkreter Zeichen, wie Jesus selbst es uns gelehrt hat. Jedes Mal wenn die Gläubigen eines oder mehrere dieser Werke selbst tun, werden sie sicherlich den Jubiläumsablass erlangen.
Daraus ergibt sich die Pflicht, aus der Barmherzigkeit zu leben, um die Gnade der vollkommenen und umfassenden Vergebung durch die Kraft der Liebe des Vaters zu erlangen, der niemanden ausschließt. Es wird sich daher um einen vollkommenen Jubiläumsablass handeln, der Frucht des Ereignisses selbst, das mit Glaube, Hoffnung und Liebe gefeiert und gelebt wird.
Der Jubiläumsablass kann ebenso für Verstorbene erlangt werden. Mit ihnen sind wir verbunden durch das Zeugnis des Glaubens und der Liebe, das sie uns hinterlassen haben.“

Brief von Papst Franziskus an den Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Förderung der Neuevangelisierung

Quelle: Fatima Ruft, 4/2015 Nr. 231