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Kreuzweg - Betrachtung von der hl. Schwester Faustyna

Das habe ich für Dich getan!

Kreuzwegbetrachtung mit Stellen aus der Heiligen Schrift und dem Tagebuch der hl. Schwester Faustyna Kowalska

Er hat Sein Leben aus Liebe gegeben - für Dich und mich. Und wenn Du die einzige Person auf der Welt wärest, hätte Er es trotzdem für Dich getan! Die Betrachtung des Kreuzweges anhand von Stellen aus der Hl. Schrift und aus dem Tagebuch der Sr. Faustyna Kowalska verdeutlicht uns Seine übergroße und alles verzeihende Liebe zu uns und lässt sie uns neu entdecken.

 

1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt:
Die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat bemühten sich um falsche Zeugenaussagen gegen Jesus, um Ihn zum Tode verurteilen zu können. Sie erreichten aber nichts, obwohl viele falsche Zeugen auftraten. (Mt 26,59-60)

Jesus: Wundere dich nicht, dass du manchmal Verdächtigungen unschuldig ausgesetzt bist. Aus Liebe zu dir habe Ich den Kelch der unschuldigen Leiden zuerst getrunken. (289) Meine Tochter, in dem Moment als Ich vor Herodes stand, erbat Ich dir die Gnade, dich über die Verachtung der Menschen zu erheben und Meinen Pfaden treu zu folgen (1164).

Sr. Faustyna: Wir sind gewohnt auf Sprache zu reagieren und meinen immer gleich antworten zu müssen, ohne darauf zu achten, ob es Gottes Wille ist, dass wir reden. Eine schweigsame Seele ist stark; alle Widerwärtigkeiten schaden ihr nicht, wenn sie im Schweigen ausharrt. Eine schweigsame Seele ist fähig, sich mit Gott aufs innigste zu vereinen (477).

 

2. Station: Jesus nimmt das schwere Kreuz auf sich
Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf Hebräisch Golgota heißt. (Joh 19,17)

Jesus: Ängstige dich nicht vor Leiden, Ich bin mit dir (151). Je mehr du das Leiden lieb gewinnst, umso reiner wird deine Liebe zu Mir sein (279).

Sr. Faustyna: Jesus, ich danke Dir für die täglichen kleinen Kreuze, für die Hindernisse zu meinen Vorhaben, für die Last des gemeinsamen Lebens, für die falsche Auslegung der Absichten, für Erniedrigungen durch andere, für herben Umgang mit uns, für grundlose Beschuldigungen, für die schwache Gesundheit und Erschöpfung, für die Verleugnung des eigenen Willens, für die Austilgung des eigenen Ichs, für die fehlende Anerkennung in allem, für die Durchkreuzung aller Pläne (343).

 

3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter der Last des Kreuzes
Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf Ihm, durch Seine Wunden sind wir geheilt. (Jes 53,5)

Jesus: Unwillkürliche Verstöße der Seelen halten Mich in Meiner Liebe zu ihnen nicht zurück und hindern Mich nicht daran, Mich mit ihnen zu vereinigen; aber auch kleinste Verstöße, freiwillig getan, halten Meine Gnaden auf; solche Seelen kann Ich mit Meinen Gaben nicht überhäufen (1641).

Sr. Faustyna: O mein Jesus, wie sehr neige ich zum Bösen. Das zwingt mich zur steten Wachsamkeit über mich selbst. Aber ich lasse mich durch nichts abschrecken. Ich vertraue auf die Gnade Gottes, die im größten Elend reichlich vorhanden ist (606).

 

4. Station: Jesus begegnet Seiner heiligen Mutter
Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen. (Lk 2,35)

Jesus: Obwohl alle Werke, die aufgrund Meines Willens entstehen, großen Leiden ausgesetzt sind, so bedenke, ob eines von ihnen größeren Leiden ausgesetzt war, als Mein direktes Werk, das Werk der Erlösung. Du solltest dich wegen der Widerwärtigkeiten nicht zu sehr grämen. (1643)

Sr. Faustyna: Da erblickte ich die Heiligste (…). Sie kam vom Altar an meinen Betstuhl heran, drückte mich an Sich und sagte: „Sei mutig, fürchte keine täuschenden Hindernisse, sondern siehe auf die Leiden Meines Sohnes, nur so wirst du den Sieg davontragen.“ (449)

 

5. Station: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
Als sie Jesus hinausführten, ergriffen sie einen Mann aus Zyrene namens Simon (…) Ihm luden sie das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrage. (Lk 23,26)

Jesus: Die Schwierigkeiten lasse Ich deshalb zu, um seine Verdienste zu vervielfachen. Nicht den guten Ausgang belohne Ich, sondern Geduld und Mühe, die für Mich unternommen wurden (86).

Sr. Faustyna: O mein Jesus, Du belohnst nicht für den guten Ausgang einer Tat, sondern für den aufrichtigen Willen und die Mühen. Daher bin ich ganz ruhig, auch wenn alle meine Bemühungen und Anstrengungen vergeblich bleiben oder niemals verwirklicht werden sollten. Wenn ich alles tue, was in meiner Macht ist, gehört das übrige nicht mehr mir (952).

 

6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
Viele haben sich über Ihn entsetzt, so entstellt sah Er aus, nicht mehr wie ein Mensch, Seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen. (Jes 52,14)

Jesus: Wisse, wenn du irgendeiner Seele etwas Gutes tust, nehme Ich es an, als würdest du das für Mich Selbst tun (1768).

Sr. Faustyna: Große Liebe vermag kleine Dinge in große umzuwandeln und nur Liebe allein verleiht unseren Taten Wert (302).

7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter der Last des Kreuzes
Er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf Sich geladen. (Jes 53,4)

Jesus: Der Grund deiner Niederlagen ist der, dass du zu viel auf dich selbst zählst und dich zu wenig auf Mich stützt. (1488) Wisse, dass du aus dir selbst nichts vermagst. (639) Ohne Meine besondere Hilfe bist du nicht einmal fähig, Meine Gnaden entgegenzunehmen (738).

Sr. Faustyna: Jesus, lasse mich im Leiden nicht allein. Du Herr, weißt, wie schwach ich bin, ich bin der Abgrund des Elends, ich bin lauter Nichtigkeit; ist es dann verwunderlich, wenn Du mich allein lässt, dass ich falle?  So musst Du, Jesus, ständig mit mir sein — wie eine Mutter bei ihrem schwachen Kind — sogar noch mehr (264).

 

8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen von Jerusalem
Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um Ihn klagten und weinten. (Lk 23,27)

Jesus: Wie lieb ist Mir ihr lebendiger Glaube (1421). Ich wünschte, dass in der jetzigen Zeit mehr Glaube bei euch sei (353).

Sr. Faustyna: Innig bitte ich den Herrn, meinen Glauben zu stärken, um mich im grauen Alltag nicht von menschlichen Stimmungen leiten zu lassen, sondern vom Geist. O, wie alles den Menschen zur Erde zieht, aber lebendiger Glaube hält die Seele in höheren Sphären und weist der Eigenliebe den ihr gebührenden Platz zu — den allerletzten (210).

9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter der Last des Kreuzes
Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat Seinen Mund nicht auf. (Jes 53,7)

Jesus: wisse, das größte Hindernis zur Heiligkeit ist Lustlosigkeit und nicht begründete Beunruhigung. Sie nehmen dir die Möglichkeit, dich in der Tugend zu üben. (…) Ich bin stets bereit, dir zu vergeben. So oft du Mich darum bittest, preist du Meine Barmherzigkeit (1488).

Sr. Faustyna: Mein Jesus, trotz Deiner Gnaden fühle und sehe ich mein ganzes Elend. Ich beginne und beende den Tag im Kampf. Kaum werde ich mit einer Schwierigkeit fertig, wachsen an ihrer Stelle zehn neue hervor, die zu bekämpfen sind. Aber ich gräme mich deshalb nicht, weil ich weiß, dass jetzt die Zeit des Streitens ist und nicht die des Friedens (606).

 

10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt
Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie Seine Kleider und machten vier Teile daraus. (Joh 19,23)

Sr. Faustyna: Jesus stand plötzlich vor mir, Seiner Kleider entblößt, am ganzen Leibe mit Wunden bedeckt, die Augen mit Blut und Tränen gefüllt, das ganze Antlitz verunstaltet, mit Speichel bedeckt. Da sagte mir

Jesus: Die Braut muss ihrem Bräutigam ähnlich sein.

Sr. Faustyna: Ich begriff diese Worte zutiefst. Hier gibt es keinen Platz für Zweifel. Meine Ähnlichkeit mit Jesus soll durch Leiden und Demut sein.

11. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt
Sie brachten Jesus an einen Ort namens Golgota (…). Es war die dritte Stunde, als sie Ihn kreuzigten. (Mt 15,22.25)

Jesus: Meine Schülerin, hege eine große Liebe zu denen, die dir Leiden auferlegen; tue Gutes denen, die dich hassen (1628).

Sr. Faustyna: O mein Jesus, Du weißt, welcher Anstrengungen es bedarf, um ehrlich und aufrichtig mit denen zu sein, vor denen sich unser Wesen sträubt oder mit denen, die uns bewusst oder unbewusst Leid angetan haben; menschlich gesehen ist das unmöglich. In solchen Augenblicken bemühe ich mich, mehr denn je in der entsprechenden Person Jesus zu entdecken und diesem Jesus zuliebe tue ich für diese Personen alles (vgl. 766).

12. Station: Jesus stirbt am Kreuz
Jesus rief laut: Vater in Deine Hände lege Ich meinen Geist! Nach diesen Worten hauchte Er den Geist aus. (Lk 23,46)

Jesus: Das alles für die Erlösung der Seelen. Überlege, was du für ihre Rettung tust (1184).

Sr. Faustyna: Da erblickte ich den Herrn am Kreuz. Als Jesus  eine Weile so da hing, sah ich ganze Scharen gekreuzigter Seelen, genauso wie Jesus. Ich sah eine zweite und dritte Schar von Seelen. Die zweite Schar war nicht ans Kreuz genagelt, aber die Seelen hielten das Kreuz fest in der Hand. Die dritte Schar war weder gekreuzigt, noch hielten die Seelen das Kreuz in der Hand, sondern sie zogen es hinter sich her und waren unzufrieden.

Jesus: Siehst du die Seelen, die im Leiden und in der Verachtung Mir ähnlich sind, sie werden auch in der Verherrlichung Mir ähnlich sein; die wiederum, die Mir weniger ähneln in Leid und Verachtung, werden auch in der Verherrlichung weniger Ähnlichkeit mit Mir haben (446).

 

13. Station: Jesus wird vom Kreuz herabgenommen und in den Schoß Seiner Mutter gelegt
Josef aus Arimathäa (…) bat Pilatus, den Leichnam abnehmen zu dürfen und Pilatus erlaubte es. (Joh 19,38)

Jesus: Eine Seele, die fest an Meine Güte glaubt, ist mir die liebste. Ich schenke ihr Mein Vertrauen und gebe ihr alles, worum sie bittet (453).

Sr. Faustyna: Ich flüchte mich zu Deiner Barmherzigkeit, gütiger Gott, denn nur Du allein bist gut. Wenn auch mein Elend groß und mein Verschulden zahlreich ist, vertraue ich auf Deine Barmherzigkeit; denn Du bist der Gott der Barmherzigkeit, von dem man seit Jahrhunderten nicht gehört hat und Himmel und Erde sich nicht erinnern, dass eine Seele enttäuscht wurde, die auf Deine Barmherzigkeit vertraut hat (1730).

 

14. Station: Jesus wird ins Grab gelegt
Josef nahm Ihn und hüllte Ihn in ein reines Leinentuch. Dann legte er Ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in einen Felsen hatte hauen lassen. (Mt 27,59-60)

Jesus: Kind, du bist noch nicht im Vaterhaus. Gehe also, durch Meine Gnade gestärkt, und kämpfe um Mein Königreich in den Seelen der Menschen. Kämpfe, wie ein Königskind und denke daran, dass die Tage der Verbannung schnell vorübergehen und mit ihnen die Möglichkeit, für den Himmel Verdienste zu sammeln. Ich erwarte von dir, Mein Kind, eine große Zahl an Seelen, die in Ewigkeit Meine Barmherzigkeit preisen werden. Mein Kind, damit du Meiner Aufforderung gut Folge leisten kannst, empfange Mich täglich in der heiligen Kommunion — sie gibt dir Kraft (1489).

Sr. Faustyna: Jede Seele, die Du mir, Jesus, anvertraut hast, will ich durch Gebet und Opfer unterstützen, auf dass Deine Gnade in ihr wirksam werden kann. O großer Freund der Seelen, mein Jesus, ich danke Dir für Dein großes Vertrauen, dass Du die Seelen gütigst unter unsere Obhut gestellt hast (245).

Quelle: medjugorje aktuell, Heft 109