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Betrachtungen zur Botschaft

Monats Botschaft vom 25. November 1990

"Liebe Kinder!

Heute rufe ich euch auf, Werke der Barmherzigkeit mit Liebe und aus Liebe zu mir und zu euren und meinen Brüdern und Schwestern zu tun. Liebe Kinder, alles, was ihr für die anderen tut, tut es mit großer Freude und Demut Gott gegenüber. Ich bin mit euch und bringe Tag für Tag eure Opfer und Gebete Gott für die Rettung der Welt dar. Danke, daß ihr meinem Ruf gefolgt seid!"

Monats Botschaft vom 25.11.1990 , an Seherin Marija Pavlovic-Lunetti

In der Botschaft dieses Monats finden wir zwei Elemente, die sehr wichtig aber auch äußerst interessant sind. Zum einen enthält sie die Antwort auf die so oft gestellte Frage: "Warum spricht die Muttergottes nie über die sozialen Anliegen in der Welt, über Gerechtigkeit, Armut, Kriege, Konflikte, Drogen usw.? Anders ausgedrückt, warum spricht Sie nicht mehr und öfter über das Böse in der Welt? In dieser Botschaft spricht Maria sehr deutlich über Werke der Barmherzigkeit und Sie äußert sich sehr klar darüber, was Sie von uns erwartet, weil Sie uns erzieht:

Heute rufe ich euch auf, Werke der Barmherzigkeit mit Liebe und aus Liebe zu mir und zu euren und meinen Brüdern und Schwestern zu tun
Werke der Barmherzigkeit betreffen jene, die Hilfe brauchen, sowie jene, die in der Lage sind, diese Hilfe auch zu gewähren. Maria ist eindeutig an unseren Beziehungen zueinander interessiert. Von daher kann man leicht folgern, wie Sie mit Ihren Worten die Verbindung zu Ihrem Sohn, Jesus Christus, herstellt. Durch unsere Werke der Barmherzigkeit werden wir in das ewige Königreich Gottes entweder eingebunden oder davon ausgeschlossen werden. Sie hat uns diese Botschaft gegeben als wir das Christkönigsfest gefeiert haben. Das Evangelium dieses Tages handelt vom Jüngsten Gericht zwischen den Menschen und Jesus, der als König das Wort hat. Es handelt von jenen, die Gutes getan hatten, für die Er das Tor zum Reich Gottes öffnet, und von den anderen, die Ihn in den Kranken, Leidenden und Gefangenen nicht erkannt hatten, und denen Er Sein Königreich verschließt. An jenem Tag wird nichts anderes zählen als die Werke der Barmherzigkeit, die wir für Ihn getan haben. Das Entscheidende ist nicht, ob wir Ihn erkannt haben, sondern ob wir etwas für Ihn durch die Bedürftigen getan  haben. Hier haben wir es mit einer aktiven, bedingungslosen Liebe zu tun, aus der die Werke der Barmherzigkeit geboren werden. Alles, was von uns in den anderen Botschaften erwartet wird, findet seine volle Erfüllung in der tätigen Liebe, die ihrerseits ihre Begründung in der Liebe Jesu findet.

Liebe Kinder
Wir haben uns schon an die Anrede „Liebe Kinder“ durch Maria gewöhnt. Sie tut dies in Ihren Botschaften mindestens einmal, wenn nicht öfter. In unseren Gebeten und Liedern sprechen wir Sie als Mutter, als Fürsprecherin oder als Beschützerin an. Wenn wir wegen unserer Mentalität nicht wagen, dies zu tun, aus Angst, Sie könnte uns dann zu nahe kommen, dann wagt Sie es. Erinnern wir uns, dass Maria gesagt hat, wenn wir wüssten wie sehr Sie uns liebt, dann würden wir vor Freude weinen. Alles, was wir für Sie tun, sollten wir auch für alle anderen genau so tun. Das sagte auch Ihr Sohn, Jesus Christus, unser Bruder: „Was ihr dem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.“ Wir sollten uns daran erinnern, dass es für die christliche Liebe nicht so entscheidend ist, wer man ist und in welcher Situation man sich befindet, um zu handeln, sondern dass man sich überhaupt in einer solchen Situation vorfindet. Diese Liebe ist wie der Atem für das physische Leben. Ich höre nicht auf zu atmen, wenn jemand mir nicht entspricht oder wenn jemand einen Gefallen nicht erwidern kann. Ich kann nicht entscheiden, ob ich atmen möchte, da es lebensnotwendig ist und ich sonst ersticken würde. Ebenso ist die Liebe entscheidend für das menschliche Leben. Der Mensch muss um seinetwillen lieben, um lebensfähig zu sein, und da wir uns in der Schule Mariens befinden, dient Sie uns als Vorbild und Beispiel dafür, wie man zu allen anderen sein soll. Das Wachstum jedoch sollte auf eine gänzlich unabhängige Liebe gerichtet sein:

Alles, was ihr für die anderen tut, tut es mit großer Freude und Demut Gott gegenüber
Was wir für andere tun, kann nur durch die Liebe zu Werken der Barmherzigkeit werden. Nicht das Maß der materiellen oder geistigen Hilfe ist entscheidend, sondern die innere Qualität, das Gefühl, mit dem das Werk getan wird. Die Liebe ist die innere Stärke und Kraft, die jede Handlung zu einer unermesslich großen und ewig zählenden Tat macht. Der Mangel an Liebe bei irgendeiner Handlung bringt katastrophale Ergebnisse, so dass kein solches Werk einen Wert erhält und sich somit selbst zerstört. Würden wir uns wiederum fragen, was diese Liebe ist, die so entscheidend für unsere Taten ist, so sollten unsere Gedanken vielleicht in folgende Richtung gehen: Liebe ist kein süßes Gefühl, mit dem jemand etwas tut, so dass es den eben erwähnten Wert erhält. Sie ist eher eine Haltung zum Werk und zu denjenigen, für die wir es tun. Jeder von uns ist ein Geschenk hier auf der Erde und für die ganze Welt, und so steht uns alles, was wir sind, und alles, was uns gegeben ist, zur Verfügung. Aber, jede Gabe ist uns im Hinblick auf den Mitmenschen gegeben und dadurch wird sie für uns zur Verpflichtung. Unsere Liebe, wie wir sie oberflächlich verstehen, ist der lebenserhaltende Grund unseres Seins. Wenn wir also nicht lieben, wenn wir uns nicht so lieben, wie wir sind, und wenn wir nicht alles als Geschenk annehmen, das wir auch den anderen zugänglich machen, dann werden wir einfach sterben. Deshalb ist es so wichtig, dass wir alles mit und aus Liebe tun, so dass alles seinen eigenen Wert erhält und lebendig wird. Werke der Barmherzigkeit, Werke der Liebe und aus Liebe können nicht als zufällige oder zweitrangige Dinge verstanden werden, die wir tun oder lassen können; ganz im Gegenteil -diese Werke sind notwendig für unsere menschliche Verwirklichung. So wie Gott die ganze Welt mit Liebe und aus Liebe erschaffen hat und sie erhält, so sollten auch wir uns verhalten, da wir nach Seinem Ebenbild geschaffen sind. Oft fragen sich Leute: „Musste Gott die Welt erschaffen oder nicht?“ Aus dieser Sicht gibt es folgende Antwort: Er musste diese Welt nicht erschaffen, wenn wir uns separat betrachten, da wir selbst nicht wichtig sind. Die Welt würde auch ohne uns funktionieren. Aber Er musste aus Liebe erschaffen, da der fundamentale Zweck der Liebe ist, sich selbst mitzuteilen. Die Freude, zu der uns Maria aufruft, ist Ausdruck und Frucht der Liebe. Hier ist eine tiefere Ebene der Erfahrung gemeint, nicht nur ein äußerliches Lächeln. Diese Freude ist mit dem Grund des Lebens und dem Gebrauch unserer Talente verbunden und damit auch mit der erfüllten Aufgabe; daher können wir sagen, dass sie eine innere Befreiung darstellt, die nur durch die gelebte und tätige Liebe gelingen kann. Wer nicht mit Freude geben oder handeln kann, versklavt sich und die anderen. Er erstickt nicht nur selbst, sondern auch die anderen. Der größte Feind dieser inneren Freude ist der menschliche Egoismus, die Enge des Herzens, der Geiz, die falsche Beziehung zu sich selbst, zu anderen und grundsätzlich immer zu Gott. So konnte der hl. Paulus sagen, dass Gott den freudigen Geber liebt. Wir können uns leicht vorstellen, dass Maria mit dieser Freude Ihre Pflicht getan hat und heute noch tut. Sie hat sich selbst, ebenso wie Ihre Talente und Begabungen, ganz bewusst als Geschenke angenommen. Sie hat mit ihnen gelebt und sie zu Ihrer Aufgabe gemacht. Diese Freude geht auch Hand in Hand mit der Demut. Ohne Demut bleibt die Freude -genau so wie die Liebe- unvorstellbar, da Demut nichts anderes bedeutet als die richtige Einstellung zu sich selbst zu haben -wie ein Geschenk und eine Aufgabe, die aus diesem Geschenk erwächst. Wer vergisst, dass er ein Geschenk ist, verfällt bald in Hochmut und ist davon überzeugt, dass alles aus ihm selbst kommt, dass alles ihm zu dienen hat, dass er deswegen niemandem etwas schuldet und die Liebe eine selbst getroffene Entscheidung ist. Wo immer die Liebe ihre Bedingungslosigkeit verliert oder wo diese Bedingungslosigkeit nicht angestrebt wird, kann man einfach nicht von Liebe sprechen. So wird die Liebe sehr leicht auf die Ebene eines Geschäfts degradiert. Für ein solches Verhalten stellt Jesus folgende Frage: Welche Bedeutung hat es, wenn du jemandem etwas Gutes tust, von dem du eine Gegenleistung erwartest?

Ich bin mit euch und bringe Tag für Tag eure Opfer und Gebete Gott für die Rettung der Welt dar
Obwohl Maria deutlich die persönliche Ebene in allen Ihren Botschaften und in Ihrer Schule betont, so vergisst Sie doch auch nicht die anderen Ebenen. Sie ist mit uns als Mutter, als Fürsprecherin, als bester Freund und gehorsame Dienerin Gottes, und das ist Sie für jeden von uns. Sie gibt uns und der ganzen Welt eine neue Orientierung, in der Sie uns zum Frieden führen möchte. Wie Jesus Seine Gebete und Sein Leben für die Welt hingegeben und sich ständig dem Vater zur Rettung der Welt angeboten hat, so können auch wir durch unsere Gebete und unsere Opfer an der Rettung der Welt mithelfen. So lehrt uns Maria eine opfernde Liebe und zeigt uns unsere Verantwortung für die ganze Welt. Sein Wort stellt uns Christen vor eine sehr wichtige und entscheidende Frage: Worum bitten wir wirklich? Was wollen wir wirklich von Gott? Sind wir nicht in Gefahr, dass wir nur um Frieden und Heilung für uns selbst bitten und darüber die große Absicht Jesu, die ganze Welt zu retten, vernachlässigen und vergessen? Wie bewusst ist uns wirklich, dass wir bei der Befreiung der Welt vom Bösen mitarbeiten sollen? Sind wir nicht gefährdet, unseren Mut zu verlieren und unseren Mund zu halten, wenn es sich um etwas konkretes Böses handelt, anstelle dagegen anzugehen? Wie können wir Christen so ruhig bleiben und zuschauen, wie die Zerstörung der Welt voranschreitet? Wie konnten wir Christen und wie konnte die Kirche durch Jahrzehnte und Jahrhunderte ruhig bleiben angesichts der Tatsache, dass Waffen hergestellt wurden und der Erkenntnis, dass dies nicht nur eine Verschwendung darstellt, sondern dass damit auch eine potentielle Zerstörung eng verbunden ist? Fragen über Fragen! Die Botschaft vom Frieden darf nicht als eine Gelegenheit verstanden werden, um für sich selbst einen sicheren Winkel zu finden, sondern diese Botschaft fordert uns dazu auf, durch unser Gebet und unsere mutige, aufopfernde Liebe aktiv zu werden und damit an der Rettung der Welt mitzuarbeiten. Zu all denen, die in diesem Sinne anfangen, sich selbst darzubringen, wird Maria nicht vergessen zu sagen:

Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid
O Vater im Himmel, ich bitte Dich mit Maria, Deiner demütigen Magd, die Dir freudig durch Deinen Sohn gedient hat, heile meine Liebe, damit ich fähig werde, Werke der Barmherzigkeit zu vollbringen. Reinige mich von meinem Hochmut und Egoismus und aller Hartherzigkeit, so dass mein Herz alle Menschen als Brüder und Schwestern erkennen und jedem so dienen kann, wie Maria ihm dienen würde. Mache mich fähig und bereit, O Vater, dass ich Gebete und Opfer für die Rettung der Welt darbringe. Ich entscheide mich für den Weg zum Frieden und dafür setze ich all meine Kraft ein, die Du, O Vater, mir gegeben hast. Bewahre mich vor jeder Versuchung, nur für mich selbst handeln zu wollen. Befähige die Kirche, dass sie mit Freude und Mut ihren Dienst für den Frieden in der Welt versieht. Danke, O Vater, dass Du mich liebst und dass Du mich für Dein Programm und Deine Pläne brauchst. Hier bin ich. Dein Wille geschehe. O Maria, ich nehme Deine Botschaft aus ganzem Herzen an und ich will dem Vater mit Dir dienen. Segne mich mit Deiner Fülle an Segen, O Vater! Amen.

 

Pater Slavko Barbaric
Quellennachweis: Buch folge mir auf dem Weg der Heiligkeit! Band 1